Geht’s noch, CDU?

Dass die „Altparteien“ CDU/CSU und SPD sich in den letzten Monaten nicht unbedingt Freunde gemacht haben, ist längst kein Geheimnis mehr.

Ganz im Gegenteil, die letzten Wahlen, egal ob nun Kommunal, Landtag, Bundestag oder Europa zeigten und zeigen ein ziemlich deutliches Bild.
Vor Allem bei der Wählerschaft im Alter von 18 bis 26 Jahren haben die GroKo-Parteien im Laufe der letzten Monate reichlich an Boden verloren.
Die Gründe hierfür sind in den vergangenen Monaten vor Allem im Internet und den dort stattfindenden Debatten und Diskussionen mehr als deutlich geworden und man muss schon ziemlich erkenntnisresistent sein, um die nicht nur subjektiv wahrzunehmende „Stimmung“ im Land so vehement und stoisch zu ignorieren wie vor Allem die CDU es getan hat. Mehr noch, offene Proteste wurden als „bezahlte Demos“ abgestempelt, Millionen von Usern, die Petitionen unterschrieben, wurden als Bots bezeichnet und wer seine Meinung frei äusserte wurde nicht selten denunziert, diskriminiert und als „rechtsradikal“ oder „populistisch“ abgestempelt.

Ihre mangelnde Kompetenz und das gänzliche Fehlen an Verständnis für vor allem die jungen Menschen in diesem Land stellte die CDU indess unmittelbar vor der Europa-Wahl erneut eindrucksvoll unter Beweis. Als Reaktion auf das knapp 55 Minuten lange Video des Youtubers „Rezo“ las und hörte man im Grunde nicht viel mehr als die üblichen Phrasen, Stigmatisierungen, Pauschalisierungen und Verunglimpfungen, die man vor Allem von der CDU selbst bei berechtigter Kritik schon fast gewohnt ist. Anstatt sich mit der Thematik und der über weite Strecken durchaus berechtigten Kritik faktisch und fachlich auseinanderzusetzen, wie man es eigentlich doch wohl von hochbezahlten Politikern erwarten darf, kam aus den Reihen der CDU wie schon fast üblich kaum mehr als ein schmollendes „Das stimmt ja alles garnicht!“. Während aber Rezo in seinem Video jeden einzelnen Kritikpunkt sehr gut recherchiert mit Fakten und Beweisen untermauerte, vermisst man seitens der CDU noch immer auch nur einen Faktennachweis. Diese blieb die Partei bis heute gänzlich schuldig.

Rezo’s Video mag durchaus kurz vor der Europawahl noch einen gewissen „Effekt“ erzielt haben, die Reaktion(en) aber der CDU werden wohl noch drastischere Konsequenzen gehabt haben. Doch damit ja noch nicht genug. Einen Tag nach der Wahl und dem historisch schlechten Ergebnis für CDU/CSU und SPD setzt die Parteivorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), noch einen drauf.

Diese regte nämlich nun, als eine der Reaktionen auf das schlechte Wahlergebnis, tatsächlich an, Meinungsäusserungen im Internet vor Wahlen künftig „regulieren“ zu wollen, weil sie u.A. eben oben genanntes Youtube-Video durchaus als einen der Gründe für das schlechte Wahlergebnis für die CDU sieht.
Eine in meinen Augen nicht nur mehr als nur armselige Reaktion/Idee sondern auch eine typische Haltung von Menschen, die sich in ihrer „Machtposition“ bedroht fühlen – in diesem Fall vom eigenen Volk, welches sie doch – demokratisch gewählt – eigentlich vertreten sollten.

Es bleibt also Alles beim Alten:
Statt selbstreflektiert die Ursachen zu bekämpfen und sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie man Wähler zurückgewinnen kann, werden eben genau diese (potenziellen) Wähler stumpf, dumm und ohne jede nachvollziehbare Berechtigung für die schlechten Ergebnisse verantwortlich gemacht. Wer in der heutigen Zeit seine Meinung – und selbst wenn selbige durch Fakten und Beweise belegt wird – frei und offen äussert, läuft inzwischen offensichtlich schnell Gefahr, Klassen- oder gar Staatsfeind zu werden. Und seitens der „Volksparteien“ ist Zensur oder, wie Frau Kramp-Karrenbauer es nannte, „Regulierung“ dann die einzige Antwort.

Glückwunsch CDU. Die nächste Wahl kommt bestimmt….

 

Ein Gedanke zu „Geht’s noch, CDU?

  • 29. Mai 2019 um 22:38
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    Ich wäre dafür das die Alten nicht mehr wählen dürfen, weil das nicht deren Zukunft mehr ist.

    Antwort

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