WordPress vs PHP-Fusion

Kein direkter technischer Vergleich, aber eine eigene Meinung und Konsequenzen…

Wer mich (schon etwas länger) kennt, der weiss, dass ich schon seit vielen Jahren so gut wie für jedes Web-Projekt das CMS PHP-Fusion verwende. Was ich an diesem CMS (bisher) immer sehr geschätzt habe, war das vom Gründer des Open-Source-Projekts (Nick Jones) eingeführte und konsequent umgesetzte „K.I.S.S.“-Prinzip (Keep It Simple and Stupid). Sehr zugänglicher weil wirklich einfach strukturierter Quellcode, überschaubarer und logisch aufgebauter Administrationsbereich und Systemkonstanten für nahezu jeden Anlass und jede Aufgabe, die ganz einfach für die meisten Funktionen genutzt werden konnten.

Inzwischen hat sich meine Sichtweise aber ein Wenig „gedreht“, denn seit dem bedauerlichen Ableben von Nick Jones entwickelt sich dieses einst hervorragende Projekt stark zurück und zudem wird es nach und nach zu einem rein kommerziellen Projekt/Produkt gewandelt. Die aktuelle und damit neueste Version (V9) ist nach nunmehr fast 5 Jahren Entwicklungszeit nicht viel mehr als ein instabiles und noch immer stark fehlerbehaftetes Flickwerk, welches sich für den produktiven Einsatz durch viele unnötige Bugs disqualifiziert. Was bleibt ist die noch immer vielerorts im Einsatz befindliche aktualisierte Version 7, die aber vom offiziellen Management in UK schon seit geraumer Zeit nicht mehr unterstützt wird.

Die technischen Anforderungen an neue und moderne Webprojekte werden im Laufe der Zeit immer anspruchsvoller – unter Anderem und vor Allem wird inzwischen ein starker Fokus auf die mobile Nutzbarkeit von Webangeboten gelegt, einfach weil man hierdurch sehr viel mehr Nutzer anspricht, die so auch unterwegs auf Smartphone oder Tablet das Angebot nutzen können. Diesen Trend haben die Entwickler von PHP-Fusion lange Zeit nicht erkannt und vollständig verschlafen, trotz vieler Hinweise von noch aktiven Entwicklern und Usern. Im Gegenteil, man versuchte irgendwie, völlig veraltete Themes mit Tabellenlayout durch eine halbgare Theme-Engine auch in neueren Versionen nutzbar zu machen. Vor Allem betraf das Themes, die vom Management-Leader programmiert wurden. Aber ich möchte mich jetzt hier nicht zu sehr mit Einzelheiten aufhalten, auch wenn die Summe selbiger sicherlich meinen „Sinneswandel“ nicht nur erklären sondern auch nachvollziehbar machen würde.

Um mit der fehlerfreien, aktualisierten Version 7 von PHP-Fusion eine moderne und technisch fehlerfreie Webseite ins Netz zu stellen, ist inzwischen schon ein für ein CMS nicht mehr zu rechtfertigender Aufwand notwendig. Was man bei anderen CMS wie WordPress bequem mit einigen Mausklicks erledigt, erfordert bei PHP-Fusion V7 schon deutlich mehr Zeit und auch entsprechendes Know-How. Die V9 meldet unter PHP 7.2 bereits direkt nach einer sauberen, leeren Installation Fehler, die ein Laie sicher nicht selbst mal schnell beheben kann. Somit ist man bei PHP-Fusion inzwischen, egal in welcher Version, mehr mit Debugging und Fehlerbehebung beschäftigt als z.B. mit dem Einpflegen von Inhalten. Diese Hürden hatte ich schon bei meinen ersten vorsichtigen Gehversuchen in WordPress nicht. Natürlich ist ein gewisses „Umdenken“ notwendig aber man gewöhnt sich recht schnell an die neue Umgebung und lernt die bequeme Bedienung schnell zu schätzen wissen.

Ich will gar nicht behaupten, dass ich nun alle kommenden und anstehenden Webprojekte ausschliesslich mit WordPress umsetzen werde (auch wenn es kaum Gründe gibt, die dagegen sprechen), aber mein „Fokus“ hat sich definitiv verlagert.

Ich möchte einfach nicht mehr zum Teil mehrere Stunden damit verbringen bzw verschwenden, Fehler zu korrigieren und Teilbereiche responsiv anzupassen um sie mobil nutzbar zu machen. In der heutigen Zeit muss so etwas Standard sein. Ich habe in den letzten Webprojekten zb den Adminbereich von Fusion im Grunde gar nicht mehr genutzt/gebraucht, allenfalls mal zum Verfassen einer Newsmeldung oder für die Mitgliederverwaltung. Ein CMS sollte Inhalt und Optik immer strikt trennen, denn es heisst schliesslich nicht umsonst „Content Management System“. PHP-Fusion ist einen anderen Weg gegangen und schlägt nun auch aus meiner Sicht immer mehr einen völlig falschen Weg ein.

Dennoch, wer bin ich, dass ich daran etwas ändern könnte?
Was mir als Webentwickler/Designer bleibt, ist die Suche nach Alternativen und ich glaube bzw bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich mit WordPress nicht nur eine Alternative zu PHP-Fusion sondern eine in fast allen Belangen bessere Lösung finde bzw gefunden habe.

 

 

 

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